Terror

Nachtgedanken

 

Nachtgedanken

 

 „Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“  So beginnt das lyrische  Gedicht, das Heinrich Heine in seinem Pariser Exil 1844  im „Vormärz“ kurz vor der Revolution verfasste.  Wer in diesem Gedicht eine politische Analyse sucht, wird enttäuscht. Aber eine gewisse Ironie über den damaligen Zustand drückt das Gedicht aus. Auf die Beschreibung der politischen Zustände in dem heutigen Deutschland lässt sich der Beginnvers des Gedichts wunderbar übertragen.

So berichtet „haOlam“, ein israelisches Blatt, dass ein deutscher IS-Aussteiger nach seiner Rückkehr aus Syrien ein glaubhaft umfangreiches Geständnis bei der Bremer Polizei abgelegt habe und die bisherigen Terroranschläge „Probeläufe“ waren. Der IS bereite mit  großangelegten Terrorangriffen einen  „Blitzkrieg  gegen Deutschland“ vor, eine Information, über die nicht so leicht hinweggelesen werden kann. Denn  der israelische Geheimdienst Mossad, Legende und Mythos zugleich, lieferte auch den entscheidenden Hinweis für den Anschlag des abgesagten Länderspiels in Hannover. Israel kämpft täglich gegen Terrorismus. Wer immer noch glaubt, der „islamische Terrorismus sei in Deutschland noch nicht angekommen, irrt.

Die zunehmende Demonstrationsfreudigkeit in Deutschland bedeutet eine erhebliche Belastung für die Sicherheitsbehörden. Zeitgleich finden neben der „Erdogan Demonstration“ in Köln vier weitere Demonstrationen statt, die ca. 2.700 Polizeikräfte binden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier ruft zur Mäßigung auf, wenn er fordert: „Innenpolitische Spannungen aus der Türkei zu uns nach Deutschland zu tragen und Menschen mit anderen politischen Überzeugungen einzuschüchtern, von welcher Seite auch immer, das geht nicht.“  Das Bundesverfassungsgericht lehnte mittlerweile eine geplante Live-Schaltung zu einer Erdogan Ansprache ab. Die Lage in Köln ist mit über 30.000 zu erwartenden Demonstranten angespannt.

 Die Früchte des Integrationsversuchs durch die doppelte Staatsbürgerschaft fällt jetzt den Politikern auf die Füße, wenn Erdogan 4.500 Auslieferungsanträge stellen sollte. Angela Merkel spricht jetzt von der Einhaltung „rechtsstaatlicher Prinzipien.“  Ein doppelter Staatsbürger ist aber immer auch noch ein türkischer Staatbürger und unterliegt dem türkischen Recht, weshalb jeder einzelne Auslieferungsantrag geprüft werden müsste. Auch diesbezüglich tragen wir  die inländische türkische Problematik nach Deutschland. Gilt Art 16 GG  „Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden“ für einen Türken mit  doppelter Staatsbürgerschaft?

Die übrigen Krisen, Griechenland Krise, die Bankenkrise in Italien und eine drohende Finanzkrise in Europa erwürgen Deutschland. Das „ wir schaffen das“ klingt da eher nach einer Bewährungsprobe beim Untergang der Titanic. „Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“.

JM

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